Autor: Dennis Grueneberg
Kaum anderthalb Jahre nach der Einführung steht der elektronische Entgeltnachweis „Elena“ vor dem Aus. Die Bundesministerien haben sich darauf verständigt, das Verfahren schnellstmöglich einzustellen.
Eigentlich wollte die Regierung mit „Elena“ die Bürokratie vereinfachen und damit Geld sparen. Alle Daten sollten zentral gespeichert werden und somit sämtliche Abläufe erleichtern. Dieses Vorhaben rief jedoch von Anfang an starke Proteste von Datenschützern hervor, weil alles rund um das Arbeitsleben eines Arbeitnehmers gesammelt werden sollte- ganz ohne Anlass.
Am Ende stellt „Elena“ ein Millionengrab dar. Es hat den Staat seit 2008 mindestens 33 Millionen Euro gekostet und keinen Nutzen gebracht.
Was bedeutet das nun für den Verbraucher?
Also die Papp-Lohnsteuerkarte kommt auf jeden Fall nicht zurück. Die elektronische Lohnsteuerkarte hat mit dem gescheiterten Elektronischen Entgeltnachweis nichts zu tun. Somit ändert sich für die Verbraucher zunächst nichts. Solange es keine andere gesetzliche Regelung gibt, müssen auch die Arbeitgeber weiterhin elektronisch Bericht über ihre Arbeitnehmer erstatten.
Für die Zukunft ist nur sicher, dass nicht alle Daten das Arbeitnehmers zentral gespeichert werden, was sicher zum großen Vorteil der Bürger ist. Wer hätte es schon gerne, dass das Finanz- oder Sozialamt Zugriff auf sensible Daten wie Abmahnungen, Krankheitstage oder Teilnahme an Streiks durch diesen Datentopf hätte?
Für die Zukunft plant das Wirtschaftsministerium eine „einfache und kostensparende Lösung“ und möchte bereits vorhandene Daten- etwa über das elektronische Steuererklärungsprogramm Elster- mit einem neuen Ersatzprogramm verknüpfen.
Lassen wir uns überraschen, was diesmal auf uns alle zukommt. Bleibt nur zu hoffen, dass die neue Lösung keine datenschutzrechtlichen Bedenken hervorruft und nicht wieder soviel Geld durch unsere Regierung verschwendet wird.
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